116117: Die Geschichte hinter der Nummer

Auf dem Papier ist die 116117 schon fast zehn Jahre alt. Der »geistige Vater« der Rufnummer ist Dr. Hans-Joachim Helming, ehemaliger Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB). Helming war es leid, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst unzählige verschiedene Rufnummern in allen Regionen Deutschlands hatte. Daher kam ihm die Idee einer bundesweit einheitlichen Rufnummer, unter der man nahezu alle Haus- und Fachärzte im Bereitschaftsdienst erreichen konnte.

Die 17 KVen und die KBV nahmen Helmings Projekt im Jahr 2006 erstmals zusammen in Angriff. Die Ziffern der Rufnummer standen relativ schnell fest: Die Europäische Kommission eröffnete 2007 die Leitungen für alle mit 116 beginnende Nummern unter der Bedingung, dass diese ausschließlich für »harmonisierte Telefondienste mit sozialem Wert« genutzt werden. Themenvorschläge für soziale Dienste wurden gesucht, man beschloss, einen Antrag auf die 116117 einzureichen. Es folgte eine Zeit der intensiven europäischen Lobbyarbeit. Denn um die 116117 mit Unterstützung der EU-Kommission nutzen zu dürfen, brauchte Deutschland die Unterstützung von fünf weiteren EU-Ländern. Drei Jahre dauerte es, bis sich schließlich Estland, Lettland, Malta, Rumänien und Ungarn bereiterklärten, das Projekt zu unterstützen. Inzwischen haben sich noch mehr unterstützende Länder gefunden, darunter Österreich und Norwegen. Dort wurde die Rufnummer auch eingeführt.

Fünf Jahre Bereitschaftsdienst

Dank der Initiative der KV Brandenburg wurde die Rufnummer 116117 schließlich vor acht Jahren europaweit für den ärztlichen Bereitschaftsdienst reserviert. Bis man dort anrufen konnte, sollte es noch ein paar Jahre dauern. Zunächst musste die Rufnummer durch die Bundesnetzagentur vergeben werden, anschließend galt es im Rahmen einer Ausschreibung einen Telekommunikationsbetreiber und zwei Servicecenter für die Umsetzung der Rufnummer zu finden.

Am 16. April 2012 ging die 116117 endlich an den Start. Dieses Jahr feiert die Bereitschaftsdienst-Rufnummer bereits ihr 5-jähriges Jubiläum.

Zu jeder Zeit gut versorgt

Der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen ist unter 
unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116117 kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Dort werden Anrufer direkt mit einer Leitstelle, einer Praxis oder einem Arzt in der Nähe verbunden.

116117 oder 112 – welche Nummer wann die richtige ist

  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Starke Bauchschmerzen, hohes Fieber oder Erbrechen? Windpocken? Mittelohrentzündung? Kurz: gesundheitliche Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind, die Behandlung kann aber nicht bis zum nächsten Tag warten und die Hausarztpraxis hat geschlossen. Dann Ist die 116117 die richtige Nummer – ob grippaler Infekt mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ein Magen-Darm-Virus oder Harnwegsinfekte.
  • Rettungsdienst: Wenn jede Minute zählt und Leben in Gefahr ist – die 112 wählt man bei Symptomen wie Bewusstlosigkeit, hohem Blutverlust, starken Herzbeschwerden, schweren Störungen des Atemsystems, Verdacht auf Schlaganfall, Komplikationen in der Schwangerschaft und bei Vergiftungen. Also wie gehabt: Die 116117 soll Patienten zwar unnötige Fahrten ins Krankenhaus ersparen und Rettungsdienste und Kliniken entlasten, diese aber keineswegs ersetzen.