Honorar

Was am Ende übrig bleibt

Ärzte verdienen sich eine goldene Nase und genießen das Leben in vollen Zügen. Entspricht das Bild, das manchmal von den Medien gezeichnet wird, wirklich der Realität? Einige Zahlen, die Ihnen zeigen, wie viel Ihr Arzt eigentlich verdient.

Grafik: Praxisumsatz deutscher Ärzte, Quelle: KBV
Grafik: Praxisumsatz deutscher Ärzte, Quelle: KBV

Einen durchschnittlichen Honorarumsatz von rund 200.000 Euro macht ein niedergelassener Arzt pro Jahr – das hört sich zunächst einmal nach sehr viel Geld an. Ist es auch, allerdings bleibt dieses nicht in seiner Tasche. Denn der Honorarumsatz darf nicht mit dem Einkommen verwechselt werden. Es müssen die Betriebskosten für Praxis, Mitarbeiter, Geräte, Strom etc. abgezogen werden, was mit über 50 Prozent zu Buche schlägt. Bleiben also noch etwa  100.000 Euro – der so genannte Ertrag vor Steuern. Davon müssen Einkommenssteuer und Aufwendungen für die Krankenversicherung  (auch ein Arzt kann mal krank werden oder sich verletzen) und Altersvorsorge bezahlt werden. Zusammen sind das rund 35.000 Euro. Es bleiben also durchschnittlich ungefähr 65.000 Euro, was einem monatlichen Nettoeinkommen von 5.400 Euro entspricht.

Kein Job, den man abends leicht abstreifen kann

Niedergelassene Ärzte sind in der Regel selbstständig. Sie müssen Rücklagen für Investitionen in die Praxis bilden und tragen auch als Arbeitgeber eine besondere Verantwortung.

Ärzte haben meist keine 40-Stunden-Woche. Wann sie Feierabend haben, entscheidet nicht der Blick auf die Uhr. Wenn sich abends das Wartezimmer leert, folgt oft noch eine Menge Arbeit am Schreibtisch, weil die Krankenkassen Arztberichte und andere Dokumente verlangen. Rund 54 Stunden arbeiten Ärzte im Schnitt in der Woche. Als Selbstständige bekommen Ärzte ihre Überstunden nicht bezahlt. Und sie arbeiten nicht nur für sich allein: Als Arbeitgeber müssen Ärzte nicht nur für sich planen, sondern auch für die berufliche und finanzielle Sicherheit ihrer Angestellten sorgen.

Der Arztberuf bringt eine besondere Belastung mit sich. Ärzte tragen die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Patienten, wobei es manchmal um Leben und Tod gehen kann. Auch ist es psychisch nicht unbedingt leicht zu bewältigen, den ganzen Tag über mit den Krankheiten, Sorgen und Problemen anderer Menschen konfrontiert zu werden.  

Der Ausübung der Tätigkeit als Haus- oder Facharzt geht ein langes Studium voran. Das kostet nicht nur Geld, sondern bedeutet auch, dass Ärzten weniger Berufsjahre zur Verfügung stehen, die sie für die Altersvorsorge nutzen können.